Handchirurgie: Behandlungen bei Handschmerzen, Handproblemen und Verletzungen der Hand / Handgelenke

Die Behandlung der Hand und des Handgelenks ist eines meiner Spezialgebiete. Ich war viele Jahre lang chirurgischer Verantwortlicher und Leiter der unfallchirurgischen Tagesklinik des Kepler Universitätsklinikum in Linz. In dieser Zeit habe ich genügend Erfahrung und Expertise sammeln können in der Behandlung der nachfolgend genannten Probleme und Veränderungen am Handgelenk, wie z.B. Karpaltunnelsyndrom, schnellender Daumen / schnellender Finger oder Ganglien am Handgelenk und an den Fingern. Das Karpaltunnelsyndrom ist wie z.B. auch das Loge de Guyon-Syndrom oder auch das Sulcus nervus ulnaris-Syndrom (am Ellenbogen) ein Engpass-Syndrom eines Handnervens/Armnervens. Um Spätschäden an den Nerven zu verhindern, ist eine frühzeitige Diagnostik und entsprechende Therapie notwendig. Beim Sulcus nervus ulnaris-Syndrom sind in manchen Fällen konservative Maßnahmen (medikamentös, Lagerungsschienen in Streckstellung für die Nacht) möglich. Beim Karpaltunnelsyndrom und auch dem Loge de Guyon-Syndrom ist in der Regel eine operative Versorgung die bessere Variante. Dies wird mit Ihnen nach einer eingehenden Untersuchung besprochen.

Als Wahlarzt kann ich Ihnen sowohl chirurgische und auch, falls diese zielführend sind, nicht-operative Behandlungen wie z.B. eine Mesotherapie oder Manualtherapie zur Heilung bzw. Linderung der Hand- und Handgelenksbeschwerden anbieten.

Handgelenksbruch (Speichenbruch)

Der Handgelenksbruch (meist Speiche) ist eine der häufigsten Verletzungen des menschlichen Körpers. In der Regel entsteht dies durch einen Sturz auf die Hand. Je nach Bruchform kann eine konservative oder muss gegebenenfalls eine operative Versorgung erfolgen. Die konservative Therapie beinhaltet in der Regel eine vier- bis sechswöchige Gipsruhigstellung. Bei der operativen Therapie wird der Bruch über einen Hautschnitt wieder eingerichtet und mit einer Platte und mehreren Schrauben stabilisiert. Postoperativ kann es notwendig sein, für zwei bis vier Wochen auch einen Gips anzulegen.

Arthrose (Abnützung)

Die Handgelenksarthrose ist eine mögliche Folge nach einem Handgelenksbruch. Hier sind zunächst konservative Maßnahmen wie z. B. eine Physiotherapie, Infiltrationen des Gelenkes oder auch eine Mesotherapie notwendig. Zeigen die Therapien keine Wirkung, werden operative Verfahren angewandt. Z. B. können in einer Operation die Nerven, die das Handgelenk mit Gefühl versorgen, durchtrennt werden, um so die Schmerzsituation zu verbessern. Des Weiteren sind der Ersatz des Gelenkes mittels einer Prothese oder auch eine Versteifung weitere Therapieoptionen.

Discusverletzung

Auf der Ellenseite des Handgelenkes ist ein kleiner, meniskusartiger sogenannter Discus vorhanden. Dieser kann bei Verletzungen oder aufgrund verschleißbedingter Veränderungen einreißen. Die Diagnostik erfolgt in der Regel in einer Magnetresonanztomografie-Untersuchung. In einer Handgelenksspiegelung kann der Discus geglättet oder teilweise entfernt werden.

Schidaumen

Der Skidaumen ist ein Riss des ellenseitigen Daumenseitenbandes. Dieses ist wichtig für den sogenannten Schlüsselgriff, bei dem der Daumen auf den 2. und 3. Finger presst, um Gegenstände festzuhalten, z. B. einen Schlüssel. Bei Rissen des Bandes kann der Daumen diese Funktion nicht mehr erfüllen und es kommt zu Schwierigkeiten bei den oben genannten Griffformen. Die empfohlene Therapie ist die operative Versorgung über einen Hautschnitt. Danach erfolgt eine Gipsruhigstellung für vier bis sechs Wochen.

Morbus Dupuytren

Der Morbus Dupuytren ist eine Erkrankung der Fascienplatte der Hohlhand. Aus nicht eindeutigen Gründen kommt es zu Verdickungen und Vernarbungen in diesem Bereich. Dadurch entstehen Beugestellungen der Finger, in der Regel beginnend am 4. und 5. Finger. Die vollständige Streckung ist nicht mehr möglich. Je nach Beschwerdebild muss eine operative Versorgung erfolgen. Über Hautschnitte wird die vernarbte Fascienplatte entfernt. In der Regel gelingt es, eine gute Funktion der Hand/Finger zu erreichen. In manchen Fällen kommt es aber zum Wiederauftreten dieser Vernarbung (Rezidive). Bei extremen Beugestellungen der Finger kann es auch notwendig sein, den Finger zu amputieren.

Ganglion

Ein Ganglion ist die Ausstülpung einer Gelenkskapsel. Am Handgelenk geschieht dies in typischer Weise auf der Streckseite im Bereich der Handwurzel ziemlich mittig oder auf der Beuge- und Speichenseite auf Höhe der Handgelenksbeugefalte. Bei sehr großen oder schmerzhaften Ganglien ist es üblich, diese operativ über einen Hautschnitt zu entfernen.

Carpaltunnelsyndrom / Loge de Guyon-Syndrom

Das Carpaltunnelsyndrom ist eine Enge im sogenannten Carpalkanal. Dieser befindet sich auf der Beugeseite des Handgelenkes. Durch ein Band zwischen den Handwurzelknochen wird ein Kanal für die Beugesehnen und den Mittelhandnerv (Nervus medianus) gebildet. Durch Schwellungen oder Entzündungen kann es hier zu Engen kommen, die den Nerv abdrücken. Dies führt vor allem zu nächtlichen Gefühlsstörungen oder Schmerzen. Durch die operative Spaltung des Bandes werden diese Schmerzen schnell und sicher behoben.

Das Loge de Guyon-Syndrom ist eine eher seltenere Symptomatik. Die Loge de Guyon ist eine Engstelle an der Handwurzel für Äste des Ellennervs (Nervus ulnaris). Im Falle eines Ganglions in diesem Bereich oder auch aufgrund einer chronischen Druckschädigung, wie z. B. nach langem Radfahren, kann es zu Engen und dadurch Schädigungen des Nervs kommen. Dies führt typischerweise zu Missempfindungen des 4. und 5. Fingers. Durch die operative Durchtrennung des Bandes können diese Beschwerden, sollten sie nicht spontan abklingen, behoben werden.

Schnellender Finger / schnellender Daumen

Der schnellende Finger oder der schnellende Daumen sind eine recht häufige Erkrankung im Bereich der Hand. Durch eine Enge im ersten Ringband auf Höhe der Grundgelenke der Finger oder des Daumens kann die Beugesehne nicht mehr frei gleiten und bleibt bei Beugung des Fingers oder Daumens „hängen“. Erst durch starke Bewegungen, zum Teil mit der anderen Hand, kann der Finger wieder gestreckt werden. Dies ist in der Regel schmerzhaft. Das Verfahren der Wahl ist die operative Spaltung des ersten Ringbandes über einen kleinen Hautschnitt.

Tendovaginitis stenosans de Quervain

Bei der Tendovaginitis stenosans de Quervain werden die Strecksehnen des Daumens im ersten Strecksehnenfach auf Höhe des Handgelenkes durch Entzündungen oder Überlastungen eingeengt. Dies führt zu Schmerzen auf der Daumenstreckseite. Bei Versagen der konservativen Therapie (Ruhigstellung mittels eines Gipses; antientzündliche und Schmerzmedikamente) ist die sichere und effektive Therapie die operative Öffnung des Strecksehnenfaches.

Daumensattelgelenksarthrose

Die Daumensattelgelenksarthrose ist eine Abnützung im Daumensattelgelenk. Dies ist das Gelenk vor dem Grundgelenk des Daumens. In diesem Gelenk wird der Daumen zur Hand positioniert. Es kommt deshalb etwa beim Aufdrehen von z. B. einem Gurkenglas zu Schmerzen im Daumenbereich. In diesem Fall kann zunächst über konservative Maßnahmen, wie z. B. auch Infiltrationen in das Gelenk, eine Besserung der Symptomatik erreicht werden. Operative Möglichkeiten versprechen hier ebenfalls einen guten Erfolg.

Allgemeine Informationen zum Handgelenk und zur Hand

Die menschliche Hand ist ein kompliziertes und feingliedriges Gebilde. Dies ist Voraussetzung für ihre große Bewegungsfreiheit und Präzision.

Bestandteile

  • Knochen: 2 Unterarmknochen (Elle und Speiche), 8 Handwurzelknochen, 5 Mittelhandknochen, 14 Fingerknochen.
  • Knorpelschicht der einzelnen Gelenke
  • Bänder und Sehnen
  • Verschiedene Muskeln
  • Nerven, Blutgefäße, Gewebe

Aufgaben und Funktionsweise

  • Wichtigste Funktion ist das Greifen von Gegenständen, hier gibt es verschiedene Griffformen der Hand (z. B. Schlüsselgriff, Flaschengriff …)
  • Bewegungen Handgelenk:
  • handrückenwärts, hohlhandwärts, speichenwärts, ellenwärts
  • Bewegungen Fingergelenke:
  • Streckung, Beugung, Abspreizung
  • hochsensibles Tastorgan mit großer Feinfühligkeit
  • Multifunktionswerkzeug